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06.02.2012
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Cafeteria

Die Cafeteria der Realschule Lehrte – Dienst von Schülern für Schüler

Wer am frühen Morgen unter steter Appetitlosigkeit leidet, einfach keine Zeit fürs Frühstück findet und auch noch Muttis Pausenbrot auf dem Küchentisch vergisst, für den hält die Realschule Lehrte seit mehr als 7 Jahren ein besonderes Angebot bereit: den Service der schuleigene Cafeteria. Hier kann sich jedermann (und natürlich auch jede Frau) nicht nur mit Müsliriegeln, sondern auch mit Salami- und Käsebrötchen oder einem leckeren Gemüseburger versorgen. Insgesamt 70 belegte Brötchen sowie 40 Gemüseburger werden jeden Tag frisch zubereitet und angeboten, Tendenz steigend. Und das Besondere dabei: Die gesamte Arbeit wird ehrenamtlich von den Schülerinnen und Schülern der Klassenstufe 9 und 10 geleistet, als Dienstleistung von Schülern für ihre Mitschüler.

Die Anfänge der Cafeteria gehen in die 90er Jahre des letzten Jahrhunderts zurück. Eine engagierte Lehrkraft, Frau Renate Müller, machte mit wenigen Schülern den Anfang, ein bis zwei Mal pro Woche wurden Brötchen angeboten, das Angebot dankend angenommen. 1998 entstand die Idee, die Versorgung der Schüler auf ein breiteres Fundament zu stellen und dafür einen eigenen Raum einzurichten. In enger Zusammenarbeit von interessierten Kollegen, der damaligen Schulleitung und dem Schulelternrat gelang es, in eigener Verantwortung und in Eigenarbeit die erforderlichen Umbauten mit Wasser- und Stromanschluss zu bewältigen. Am 9. September 1998 war es soweit: Die Cafeteria nahm ihren Betrieb unter der Leistung von Frau Glaß auf, Mitglied im Vorstand des damaligen Schulelternrates. Allerdings blieben die Öffnungszeiten auf nur zwei Tage in der Woche beschränkt, jeweils montags und mittwochs in den beiden Großpausen.

Es dauerte nicht sehr lange, bis deutlich wurde, dass die Nachfrage der Schülerinnen und Schüler nach frischen Brötchen in den Großpausen weit über das hinaus ging, was von den damaligen Betreibern, die dafür ihre Freizeit opferten, geleistet werden konnte. Die rettende Idee kam letztlich von Beratungslehrer Ulrich Benstein. Er lotete die Möglichkeiten aus, die Schulcafeteria als schuleigenen Betrieb im Unterrichtsplan der Realschule zu verankern und hatte Erfolg. Heute ist die Cafeteria an allen 5 Unterrichtstagen der Woche in beiden Großpausen geöffnet. Die kaufmännische Leitung liegt beim Wahlpflichtkurs Wirtschaft Klass 9, der für die die Beschaffung, Bestandskontrolle, für die Buchführung sowie für die Gewinn- und Verlustrechung zuständig ist. Die Arbeit in der Cafeteria selbst, die Zubereitung sowie der Verkauf werden von Freiwilligen aus den 9. und 10. Klassen geleistet, je nachdem, wie es der Stundenplan für die einzelnen Klassen zulässt. Die Schülerinnen und Schüler erhalten dafür keinen Lohn, aber sie dürfen von den Brötchen essen, ohne dafür zu bezahlen.

Ziel des Unternehmens Cafeteria war von Anfang an die Versorgung der Schülerinnen und Schüler mit einem geeigneten Frühstück und nicht das Erzielen möglichst hoher Gewinne. Deshalb sind die Preise sehr moderat und liegen weit unter denen gewerblicher Anbieter.
In den vergangenen 6 Jahren hat es nur im Rahmen der Euro – Umstellung 2002 eine geringfügige Preiserhöhung gegeben, bedingt in erster Linie dadurch, dass die Beträge auf Zehnerstellen gerundet wurden. Natürlich muss der Wahlpflichtkurs Wirtschaft Klasse 9 darauf achten, dass der Betrieb kostendeckend arbeitet und als kaufmännisches Grundprinzip nach Möglichkeit auch einen kleinen Gewinn erwirtschaftet. Das tut er auch mit Erfolg. Aber das Unternehmen Cafeteria ist in erster Linie dem Wohl der Schüler verpflichtet und nicht auf Gewinnmaximierung ausgerichtet. Das wird auch in Zukunft so bleiben, zur Bereicherung unseres Schullebens.

Uwe Peinz